Korrespondenten

Was bedeutet es, aus Krisen- und Konfliktregionen zu berichten?
Wie bewahrt man journalistische Sorgfalt, wenn der Druck enorm ist und die Wahrheit umkämpft?
Unsere Korrespondenten geben Einblicke in ihre Arbeit an den Brennpunkten der Welt – und in das, was oft zwischen den Schlagzeilen verborgen bleibt.

Sie sind Reporter, Redakteure, Filmemacher und Fotografen mit langjähriger Erfahrung in internationalen Medienhäusern. Ihre Perspektiven und persönlichen Geschichten bereichern den  ... Link zum eMail-Programm Lehrgang auf besondere Weise – als lebendige Brücke zwischen Theorie und gelebter Praxis.

Wir sind dankbar, dass sie Wissen, ihre Erfahrungen und manchmal auch ihre Wunden mit uns teilen.

Mohammad Rakibul HasanMohammad Rakibul Hasan ist ein vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer, Fotograf und visueller Journalist aus Bangladesch mit über zwanzig Jahren Berufserfahrung. In seiner Arbeit setzt er sich mit Menschenrechten, Klimawandel, Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit auseinander.

Er wurde am ICP New York, an den Universitäten Oxford, Falmouth und Sydney ausgebildet und hat mehr als siebzig humanitäre Filme für internationale Organisationen wie UNHCR, IFRC, Oxfam und das Rote Kreuz realisiert.

Filme wie The Taste of Honey erhielten internationale Anerkennung. Hasan wurde mit dem Lucie Award und dem One World Media Award ausgezeichnet; seine Werke wurden weltweit ausgestellt und gezeigt. Er wird von der °CLAIR Galerie in der Schweiz vertreten.

Mohammad wird in seiner Lehrveranstaltung beeindruckende Dokumentationen zu Klimawandel und Flucht besprechen.

  ... Link zum eMail-Programm  Biografie (engl.)

  ... Link zum eMail-Programm  Video-Auswahl

Cristina KarrerCristina Karrer erzählt, was wir oft übersehen – mit Kamera, Klarheit und großer Nähe zu den Menschen.

Cristina Karrer ist eine preisgekrönte Schweizer Journalistin, Dokumentarfilmerin und Autorin. Seit über zwei Jahrzehnten berichtet sie aus Afrika – engagiert, beharrlich und jenseits gängiger Schlagzeilen. Ihre Themen: Klimakrise, soziale Gerechtigkeit, kultureller Wandel.

Die ehemalige SRF-Korrespondentin lebt in Johannesburg und hat zahlreiche Filme für SRF, die NZZ und internationale Medien realisiert. Für ihre Reportage Überleben in der Dürre wurde sie 2023 mit dem Swiss Press Award ausgezeichnet.

Cristina Karrer gibt Menschen eine Stimme, die sonst nicht gehört werden – und macht sichtbar, was andernorts oft übersehen wird.

 ... Link zum eMail-Programm  Zwischen Resilienz und Trauma: Die Menschen von Port Sudan

Christoph LehermayrChristoph Lehermayr versucht seit mehr als zwei Jahrzehnen, das Große, Globale, Geostrategische im Kleinen, dem Menschlichen, häufig unbeachtet Gebliebenen zu finden. Beginnend im „Arabischen Frühling“ in Kairo, führten ihn Recherchen entlang von Europas Migrationsrouten ebenso wie in den Donbas und auf die Krim. Oft stellte er dabei fest, dass gängige Narrative vor Ort in Frage zu stellen sind.

Nach seiner Zeit als Auslandschef des österreichischen Nachrichtenmagazins NEWS, widmete er sich beim Portal addendum.org der investigativen Recherche, etwa im Fall René Benko oder der   ... Link zum eMail-Programm   in Osteuropa agierenden Holz-Mafia. Er ging eingehend der Causa des in der Slowakei ermordeten Journalisten Ján Kuciak nach und verfasste ein  ... Link zum eMail-Programm  Buch darüber.

Seit 2021 ist Lehermayr Chefredakteur des Magazins allewelt, das sich in Reportagen auf das kirchliche Engagement im Globalen Süden fokussiert. Recherchen führten ihn seither unter anderem in die Demokratische Republik Kongo, den Südsudan, Pakistan, den Libanon und nach Syrien. Zuletzt wurde seine  ... Link zum eMail-Programm  Reportage über geheime Mica-Minen auf Madagaskar ausgezeichnet. 

Sophia MaierSophia Maier berichtet aus Konflikt- und Krisengebieten. Im Zentrum ihrer Berichterstattung stehen die individuellen Schicksale und die Frage, wie Menschen mit den Folgen von Krieg, Vertreibung und Unsicherheit leben.

Als Reporterin arbeitet sie an internationalen Brennpunkten. Ihre Recherchereisen führten sie nach Afghanistan, Syrien, Palästina, in den Libanon, die Ukraine und in Geflüchtetenlager an den Außengrenzen Europas. Dort dokumentiert und porträtiert sie Lebensrealitäten und ordnet sie in größere politische und gesellschaftliche Zusammenhänge ein – auch jenseits offizieller Erklärungen und medialer Schlagzeilen.

Sophia Maier ist studierte Demokratiewissenschaftlerin. Sie arbeitet als Fernsehreporterin, schreibt als freie Journalistin für überregionale Medien und ist in verschiedenen Formaten als Gesprächspartnerin präsent. Ihre Arbeit wurde mit mehreren journalistischen Auszeichnungen gewürdigt.

In ihrem neuen Buch Herz aus Stacheldraht – Eine Kriegsreporterin über verlorene Menschlichkeit und die Doppelmoral des Westens“ trifft sie Frauen, Kinder, Familien – Menschen, die alles verloren haben. Mit schonungsloser Klarheit erzählt sie von Zerstörung, Verlust und Hoffnung, stellt unbequeme Fragen zur Verantwortung des Westens und dokumentiert das Leben in Ausnahmesituationen. Sie begegnet Menschen, die für Gerechtigkeit kämpfen – und damit zeigen, dass Menschlichkeit nie ganz verloren geht. Ihr Buch ist eine Mahnung und ein Aufruf zum Hinsehen. Dieses Buch ist ein eindrucksvolles Protokoll unserer Zeit – und eine Erinnerung daran, dass Mitmenschlichkeit kein Ideal ist, sondern konkretes Handeln. Es liegt an uns, ob wir uns dagegen oder dafür entscheiden.

Sophia Maier, Stern TV: Israel-Gaza-Krieg – auf der Suche nach Frieden (2024)

Sophia Maier für #WHY: „Die Taliban werden mich töten“ – unterwegs in Afghanistan (2022)

Sophia Maier für #WHY: Frauen im Krieg – Warum sie bleiben (2022)

 

Mag. Christian Wehrschütz... ist „überzeugter Steirer“ und Balkan-Experte, er wurde am 9. Oktober 1961 in Graz geboren.

Korrespondent des ORF für den Balkan mit Sitz in Belgrad und für die Ukraine mit Sitz in Kiew; zuvor Redakteur in der Außenpolitischen Redaktion des Aktuellen Dienstes des Fernsehens.

Im Oktober 2025 erscheint sein neuestes Buch:   ... Link zum eMail-Programm  „Frontlinien. 25 Jahre zwischen Krise, Krieg und Hoffnung.“

Im November 1999 wurde er als ORF-Korrespondent in Belgrad bestellt und betreut das gesamte ehemalige Jugoslawien und Albanien.

Im ORF ist er seit 1991: zunächst acht Monate in der „Teletext“-Redaktion, dann sieben Jahre im ORF-Hörfunk. Im Juli 1999 ging er für einige Monate als dritter Korrespondent nach Brüssel. Der studierte Jurist und Milizoffizier spricht 8 Fremdsprachen (Englisch, Russisch, Ukrainisch Serbisch (sehr gut), Französisch (gut), Slowenisch (gut) Mazedonisch (passiv sehr gut), Albanisch (gute Grundkenntnisse).

ORF-Journalist Christian Wehrschütz beleuchtet in seinem Buch „Im Kreuzfeuer – Am Balkan zwischen Brüssel und Belgrad“ (Molden Verlag) den blutige Zerfall Jugoslawiens, vor allem die Entwicklung ab dem Jahr 2000. Auch in seinem Buch „Brennpunkt Balkan – Blutige Vergangenheit, ungewisse Zukunft“ beschäftigt er sich 2013 mit den Verhältnissen am Balkan. Und in seinem 2014 erschienenen Buch „Brennpunkt Ukraine – Gespräche über ein gespaltenes Land“ spricht er mit einflussreichen Politikern, politischen und militärischen Akteuren – auf Seite der ukrainischen Freiwilligen und der prorussischen Rebellen – sowie „ganz normalen“ Menschen.

2014 wurde Christian Wehrschütz von der Redaktion von „Der österreichische Journalist“ zum „Journalisten des Jahres“ gewählt. Im Jahr 2022 wurde er für seine Berichterstattung aus der Ukraine mit dem Sonderpreis der Romy-Jury geehrt.

Dean YatesDean Yates galt als das Ideal eines Kriegsreporters: mutig, empathisch, engagiert. Doch nach Jahren an den Brennpunkten der Welt – darunter die Anschläge von Bali und der Tsunami in Südostasien – war es ein letzter Einsatz, der ihn zerbrach: Im Juli 2007 erschoss die Besatzung eines US-Kampfhubschraubers in Bagdad zwei seiner Mitarbeiter. Die Wahrheit hinter dem „Vorfall“ – ein brutales Kriegsverbrechen – wurde von den US-Behörden vertuscht. Erst das Video Collateral Murder, veröffentlicht vom WikiLeaks-Gründer Julian Assange, zeigte das Ausmaß.
Es folgten Schuld, Trauma und der Absturz in eine schwere psychische Krise. Heute spricht Yates offen über PTSD, über das Zerbrechen an einem moralischen Dilemma – das, was Fachleute als moral injury bezeichnen – und über journalistische Verantwortung und den Preis der Wahrheit. Sein Weg zurück – erschütternd, ehrlich, hoffnungsvoll – ist eine eindrucksvolle Lektion über Menschlichkeit im Ausnahmezustand.

Sein Buch  ... Link zum eMail-Programm  Line in the Sand gibt er exklusiv für unsere Studierenden frei – und eröffnet in der Stunde der Korrespondenten einen eindrücklichen Blick auf die Realität hinter den Schlagzeilen.

... Link zum eMail-Programm  Dean Yates über „Collateral Murder“

... Link zum eMail-Programm  Dean Yates über PTBS

... Link zum eMail-Programm  Collateral Murder (Full version) 


* Die Liste der Korrespondenten wird konstant aktualisiert.